Wolfgang Lengfelder Reframing Coaching-Tool

Bewusster Perspektivenwechsel mit dem Ziel der »Wahrnehmungs-Veränderung«.

Ändern wir die Bedeutung eines Ereignisses, dann ändern wir bestehende »Begrenzungen«. Eine Problem-Situation wird durch einen neuen, veränderten Rahmen ersetzt. Die Wahrnehmung bekommt dadurch eine neutrale oder »wertvollere« Bedeutung. Beim Reframing geht es darum, einen »anderen« Wahrnehmungsrahmen aufzuzeigen.

Ein einschränkendes Erlebnis (eine emotional negative Situation) setzen wir im Coaching in einen neuen »Rahmen«, in dem das Erlebte eine neue Bedeutung bekommt. Mit dieser »bewussten Wahrnehmungs-Veränderung« (alte › neue Bedeutung) können sich auch Reaktionen auf Ereignisse, Verhaltensweisen ins »Positive« verändern.

Ursache: Die eigene Wahrnehmung.
Unser Leben ist durch viele Einflüsse geprägt (Worte, Mimik, Gestik, Situation, etc). Unsere Wahrnehmung bekommt jeweils die Bedeutung, so wie wir sie in einem Kontext* »erleben«. Unsere Denkmuster, unsere »Zuschreibungen« von Ursache und Wirkung von Handlungen und Vorgängen haben Konsequenzen für unser Verhalten. Das ist der Rahmen, in dem wir Ereignisse interpretieren und mit unserem Weltbild wahrnehmen.
Auch unsere Erwartungen weisen »Frames« auf, eine eigene subjektive Ordnung nach der Ereignisse interpretiert und dann wahrgenommen werden.
*(subjektiven) Zusammenhang

Im Coaching wird der Klient dahin geführt »Dinge einmal anders zu sehen« und auch Sichtweisen der Anderen in Betracht zu ziehen. Ein positiver Perspektivenwechsel kann zu unerwarteten Wendungen in der eigenen Betrachtungsweise führen. Dies schafft Chancen um mit bestehenden Problem-Situationen konstruktiv umgehen zu können.

Über das Reframing, das Erlernen unterschiedlicher Sichtweisen bzw. einer ganzheitlichen Sicht können festgefahrene, einschränkende Beobachtungen verändert werden. Der »Betroffene« sieht meist nicht Zusammenhänge, die ein Anderer beobachtet. Wichtig ist, dass der Klient einen veränderten Rahmen nicht von extern aufgedrückt bekommt, sondern er sich seinen Rahmen durch das Coaching passend verändern kann. Das Reframing findet ökologisch statt, d.h. bei diesem Veränderungsprozess wird die Auswirkung auf ihn selbst und seine Umwelt mit berücksichtigt, im Sinne einer positiven Absicht. Das bedeutet, dass Wechselwirkungen im Reframing stets zu beachten sind, zum Wohle des Klienten und seiner Umwelt. Mit der Entwicklung einer neuen Perspektive, dem Erlernen einer neuen Sichtweise können negative zu positiven Einstellungen umgerahmt werden.

Beim Reframing-Prozess ist entscheidend, die bisherige (negative bzw. einschränkende) Wahrnehmung ganz bewusst zu destabilisieren, erst damit wird eine neue, veränderte Wahrnehmung der Situation ermöglicht.

 

Ein sehr interessantes Interview zur Wahrnehmung, Zuschreibung, Wahrheit und Wirklichkeit mit Prof. Dr. Paul Watzlawick finden Sie auf youtube.com (Autor: Prof. Dr. Martin Gertler)

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Im Coaching gehen wir grundsätzlich von folgenden Annahmen aus:

  • Das bisherige Verhalten hat eine »positive Absicht«.
  • Die Wahrnehmung steht immer in einem Zusammenhang (Kontext), erst durch die subjektive Bewertung wird sie »aufgeladen, emotionalisiert«.
  • Im scheinbaren Konflikt liegt die Lösung – hinter der Einschränkung liegt die positive Antwort.
  • Der Konflikt kann in einem anderen Zusammenhang (Kontext) von Vorteil sein, deshalb würdigen wir die positive Absicht der »Einschränkung«.
Erst durch unsere Wahrnehmung geben wir unseren Erfahrungen eine Bedeutung.

Beispiel:

„Eine sehr alte chinesische Taogeschichte erzählt von einem Bauern in einer armen Dorfgemeinschaft. Man hielt ihn für gut gestellt, denn er besaß ein Pferd, mit dem er pflügte und Lasten beförderte. Eines Tages lief sein Pferd davon. Alle seine Nachbarn riefen, wie schrecklich das sei, aber der Bauer meinte nur, »vielleicht«. Ein paar Tage später kehrte das Pferd zurück und brachte zwei Wildpferde mit. Die Nachbarn freuten sich alle über sein günstiges Geschick, aber der Bauer sagte nur, »vielleicht«. Am nächsten Tag versuchte der Sohn des Bauern, eines der Wildpferde zu reiten; das Pferd warf ihn ab und er brach sich ein Bein. Die Nachbarn übermittelten ihm alle ihr Mitgefühl für dieses Missgeschick, aber der Bauer sagte wieder »vielleicht«. Am nächsten Tag kamen die Rekrutierungsoffiziere ins Dorf, um alle jungen Männer zur Armee zu holen. Den Sohn des Bauern wollten sie nicht mehr, weil sein Bein gebrochen war. Als die Nachbarn ihm sagten, was für ein Glück er hat, antwortete der Bauer, »vielleicht«…“ (Bandler/Grinder 2000, 13)

Reframing bedeutet einer Wahrnehmung eine neue Bedeutung zu geben.