Höher. Schneller. Weiter

Was Sieger wirklich ausmacht: die Freude am Spiel, nicht die Freude am Gewinnen. Gewinner verlieren.

Von klein auf heisst es höher schneller weiter – Das Spiel beginnt schon im Kindergarten. Schnell wird aus freundlichem Spiel eine erste emotionale Herausforderung – für den Sieger und ebenso für den Besiegten.

Der Sieger freut sich über seinen Sieg und die dafür erlangte Aufmerksamkeit. Der Verlierer kämpft mit seinen Emotionen – sein Einsatz war nicht von Erfolg gekrönt. Gewinnt der Sieger immer wieder, weil er zum Sieger auserkoren ist, lernt er nicht zu verlieren. Er lernt: Siegen heißt Sympathie und Aufmerksamkeit ernten.
Er lernt vor allen Dingen sein Ego zu entwickeln. Das wird gefördert und gefordert.

Dazu habe ich letzte Woche eine sehr starke Überzeugung gehört: »Aufgeben, das macht man mit einem Brief. Aber niemals im Leben«. Sieger werden also mit starken Beliefs gefüttert. Soweit wunderbar, solange man auf der Gewinner-Seite bleibt.

Siegen macht einsam. Im Leben gibt es nichts zu besiegen, im Leben gilt es Herausforderungen zu lernen. Dazu gehört auch das Verlieren, Zurücknehmen, Einsehen. Wer dann die Demut, die Freude am Spiel entdeckt ist der eigentliche Sieger. Erst damit entsteht der nötige Respekt und die Demut vor dem Eigentlichen, die Teilnahme am Spiel des Lebens. Weil damit jedes Spiel eine Freude ist – unabhängig davon, wer das Match gewinnt.